Cerro Torre – Nicht den Hauch einer Chance

Ich war bisher nicht sonderlich begeistert von David Lama. Nicht, dass er nicht gut klettern könne. Es war viel mehr sein unreifes Verhalten. In Klettervideos und Interviews erweckte er bei mir immer den Eindruck eines Teenagers, der extrem gut klettern kann. Aber trotzdem halt ein pubertierender Knirps. Ein Bengel, der noch nicht viel Lebenserfahrung hat und somit einen schwachen Philosophen des Belanglosen mit etwas arrogantem Touch abgibt…
Nebenbei bemerkt war auch aber auch bisher kein sonderlicher Fan des Cerro Torre. Das dürfte aber schlicht daran liegen, dass das Land selbst im Tal sehr trostlos auf mich wirkt, die Berge irgendwie optisch bisher nicht den allergrößten Reiz auf mich ausgeübt haben und jede Geschichte, die ich bisher vom Torre gelesen habe in einem gewaltigen Unwetter oder einer noch spektakuläreren Katastrophe geendet hat.

Seit dieser meiner Meinungen sind allerdings auch einige Jahre ins Land gezogen und immerhin ist David inzwischen ein kletternder “Twen” und kein “Teen” mehr.
Sein Film in Patagonien zeigte darüber hinaus eine Form von Reifung und Erwachsenwerden. Zu Beginn von “Cerro Torre” waren trotz seines Älterwerdens noch die mir altbekannten Züge vorhanden. Doch wie mir scheint, ist der Torre ein Berg, der auch einen David Lama ziemlich schnell Zurückhaltung und sogar Demut lehren kann… mehr kann ich zu diesem Film nicht sagen, außer vielleicht: Schaut ihn euch an. Tolle Bilder, tolles Klettern, tolle Geschichte.

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