Helpter Berg – Gipfelsturm gescheitert

Es war etwa 19 Uhr, als wir es einsahen: “Wir müssen zurück, das wird nichts mehr. In der Dunkelheit den Hauptweg verlassen wäre einfach nur unsinnig.”

Was war schiefgegangen? Eigentlich eine Menge! Zunächst mal waren wir am Samstag morgen viel zu spät von Bremen aufgebrochen. Wäre die Aktion länger geplant gewesen, wäre Abfahrtzeitpunkt etwa 8 Uhr angesetzt worden. Da wir mangels ausreichend reisetauglichem Auto die Aktion aber wieder abgebrochen hatten, verhinderte der Freitagabend-Partyausflug einen frühen Aufbruch. Nun hatten wir zwar spontan doch ein größeres Auto, verließen Bremen aber erst gegen etwa 13:30 Uhr, Fehler Nummer 1!

Auf halbem Wege bemerkte dann meine Freundin, dass die Autobahn sehr dicht an der Ostseeküste vorbeiführte. Da sie unbedingt mal wieder Meer sehen wollte, die Hunde einen kurzen Gassigang vertragen konnten, ich kein Miesepeter sein wollte und sie mir versicherte, dass der Stopp nur 5 Minuten dauern würde, ließ ich mich überreden. Fehler Nummer 2! Denn meine Freundin zeigte mal wieder ihr ganzes Repertoire an “Unfähigkeit im Umgang mit Kartenmaterial und Navigationsgeräten”. Obwohl ich ihr mehrfach meine Vorraussetzungen aufgezählt hatte, ihren Wunsch zu erfüllen, hatte sie es weder geschafft die Wegzeit richtig einzuschätzen, noch einen sinnvollen Zielpunkt auf der Karte auszumachen und schon garnicht schnell anhand der Karte Ansagen zu machen, wo ich hinmusste. Als wir dann nach etwas mehr als den versprochenen fünf Minuten in Wismar eintrafen, dauerte es zunächst weitere 10 Minuten, bis sie uns erfolgreich in eine Sackgasse im Hafengebiet vor irgendwelche Lagerhallen manövriert hatte. An dieser Stelle griff ich entnervt nach ihrem Smartphone und zeigte ihr in Sekundenschnelle auf der Karte einen Punkt, der eigentlich für jeden normal denkenden Menschen sofort als ein Zugangspunkt zum Wasser auch für Touristen aussen dürfte. OK, tief durchatmen, dachte ich mir. Ich versuchte in den anschließenden zehn Minuten Fahrt Ruhe zu bewahren, während sie uns dreimal fast in die falsche Richtung lenkte, weil ihre Reaktionsgeschwindigkeit im Wegansagen beeindruckend lahmarschig war… Am Ende kamen wir am gewünschten Platz an, verbrachten dort natürlich zehn statt fünf Minuten (Madame muss ja bei dieser Gelegenheit auch gleich noch mal ganz dringend) und hatten statt eines Fünf-Minuten-Absterchers mal locker 40 Minuten lang die Autobahn verlassen.

Schließlich am ersehnten Ziel dann nochmals eine Verfahraktion (wieder aufgrund unglaublich kreativer Wegerkennungsunfähigkeiten Frauenseits… mal ehrlich, die Frau erfüllt doch beschämend deutlich genau das Klischee, dessen Frauen der ganzen Welt sich heftig zu wehren versuchen, grrr!) und endlich, pünktlich zum Sonnenuntergang um 18 Uhr, stiegen wir am Fuße des Helpter Bergs aus unserem Auto.

Fehler Nummer 3 wurde dann auch schnell klar: Ich hatte keine Taschenlampe. Gut, ich muss hier leider ein Schuldeingeständnis machen. Nein, nicht, die Taschenlampe vergessen zu haben. Mein Fehler war, meine Freundin darum zu bitten, ihr Smartphone aufgeladen mitzunehmen, da es sowohl Navigationssystem, GPS als auch eine Taschenlampe besitzt. Leider habe ich ihr nicht die Bedeutsamkeit ihres Werkzeugs ausreichend deutlich gemacht und genau das war hier nun mein Vergehen. Denn was tut eine smartphonebesitzende Frau, während ihr Partner die 4-5 Stunden konsequent durchhaltend tapfer das Lenkrad schwingt und sogar einen spontanen Abstecher in Kauf nimmt? Richtig, sie surft, chattet per Whatts App und tippelt sinnfrei und dauerhaft auf ihrem HiTec-Fernsprecher rum, um offenbar mutwillig darauf zu bauen, dass der Akku bei Ankunft am Ziel auch hoffentlich so leer wie nur möglich ist.
So kam es dann, dass wir auf unserem Fußmarsch in rasch zunehmender Dämmerung letztlich komplett auf die Taschenlampe verzichteten und die GPS-Funktion immer nur ganz kurz an jeder Weggabelung zückten. Anmerkung: “Ganz kurz” ist hierbei in Frauendenkweise zu verstehen: Frau nimmt Smartphone, aktiviert Routenfunktion mit GPS, wenn die Verbindung steht wird erstmal endlose Sekunden überlegt, welche Tasten man nochmal drücken musste und dann nochmal sich gefragt, ob nicht genau jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, mal völlig neue Funktionen innerhalb des GPS auszutesten. Wenn dann erfolgreich die Karte angezeigt hat, welcher Weg der Gabelung der richtige ist, wird noch eine gefühlte Minute auf das grell leuchtende Display gestarrt und sowohl fröhlich Akku verbraten, als auch mit Nachdruck dafür gesorgt, dass Frauens Augen auch ja die nächste Minute wieder auf grelle Lichtverhältnisse eingestellt sind. Jaja, ist schon spannend, wie sich die Augen immer hin und her umgewöhnen können und wie lange das manchmal dauern kann…
OK, Finsternis! Der Weg geht wieder bergab, das kann nicht richtig sein. Die Koordinaten des Gipfels sind nicht ganz stimmig. Vermutlich mussten wir an dem einen Holzpfahl links des Hauptweges abbiegen, nur leider war dort kein (nachts) erkennbarer Weg gewesen. Bei mehr Licht oder mit Taschenlampe hätten wir, nachträglich nochmal Karten und Erinnerungen vergleichend, vermutlich genau an diesem Punkt einen schmalen Waldweg erkannt, der uns innerhalb von etwa 5 Minuten zum Gipfelkreuz geführt hätte.
Hatten wir nicht, haben wir nicht, taten wir nicht, wussten wir nicht. Fakt in diesem Moment: Es war 19 Uhr, die Sonne war vor etwa einer Stunde untergegangen, wir kannten das Gelände nicht und hatten keine wirkliche Orientierungshilfe außer dem Hauptforstweg, den ich in der Dunkelheit auch nur noch in erster Linie am Gefühl unter den Stiefeln erkannte. Zeit für den Rückzug zum Auto.

Dort angekommen (Ortszeit 19:30 Uhr) schalteten sich vor uns plötzlich zwei Taschenlampen ein und der “örtliche Forstwächter” oder wie auch immer sich der Herr bezeichnete, fragte uns mit behördlicher Wichtigtuerei, was wir denn nachts im Wald zu suchen hätten. Er wies darauf hin, dass das Betreten des Waldes nachts verboten sei, was uns beteuerlicherweise nicht bekannt gewesen war. Da dies aber bundesweit so sei, wie er uns mitteilte, hätten wir das seiner Meinung nach aber wissen können. Außerdem hatte es in der Gegend wohl schon oft Fälle von unerlaubter Wildjagd gegeben und er habe sich zur Prüfung unser Kennzeichen natürlich aufgeschrieben. Mein Hinweis auf das Bremer Kennzeichen und somit unsere klare Unkenntnis von diesen örtlichen Vorfällen von “Wilderei” schmetterte er ebenfalls ab mit Zeitungsberichten und ähnlichem. An dieser Stelle überlegte ich angestrengt, wann ich zuletzt in einer Bremer Lokalzeitung oder der Tagesschau etwas über illegale Jagd in der Pampa Mecklenburg-Vorpommerns gelesen hatte…. ich glaube, mein letztes Nachrichten-Waldthema, dessen ich gewahr war, war der “Problembär” von damals, den man, meiner Meinung nach absolut sinnentfreiter Argumentation nach, schließlich notwendigerweise erschießen musste… und der gemeinte “Problembär” war damals nicht Ottfried Fischer! Der durfte in allen Zeitungen seine gekauften Sexeskapaden mitteilen, die sicher niemand überhaupt je hören wollte! Und in Mecklenburg-Vorpommern hatte sich sowieso definitiv weder die eine, noch die andere Geschichte abgespielt…
Egal, zurück zum Thema. Es wäre auf jeden Fall auch zu unserem Schutz, wurde uns gesagt. Denn womöglich hätte der Herr uns mit einem Rotwild verwechseln und vom nahen Stand aus erschießen können. Langer Rede kurzer Sinn: Wir entschuldigten uns immer wieder für die Umstände und unser Unwissen, ertrugen die mahnenden Worte und die Ankündigung einer möglichen Weiterleitung unseres Kennzeichens und somit einer irgendwann eintrudelnden behördlichen Aufforderung zur schriftlichen Rechtfertigung unseres Verhaltens am Helpter Berg, durften dann unsere Sachen im Auto verstauen und unter Beobachtung durch seine Majestät, des namentlich sich nicht vorgestellten Forstheinis von dannen ziehen.

Rückfahrt dann problemlos und etwa mitternächtliche, etwas erschöpfte Heimkehr. Da hatten auch McDonald’s und Energy nicht mehr gegenanhelfen können nach der ganzen Aktion.

Abschließend habe ich heute morgen natürlich nochmal gegooglet und stieß auf das Landeswaldgesetz, welches meine persönliche Annahme untermauerte, dass Herr Forstmann lediglich heiße Luft von sich gegeben hatte. Das “Verbot zum Betreten von Wäldern eine Stunde nach Dunkelheit” passte einfach von Anfang an nicht in mein Verständnis von meinem Recht auf Freiheit in einem demokratischen Land, sondern klang für mich eher nach veralteter DDR-Denkweise eines Waldwichtigtuers irgendwo in einem Kaff in Mecklenburg-Vorpommern. Ich zitiere mal kurz die wichtigsten, unser Verhalten betreffenden Paragraphen:

§ 28

Betreten des Waldes

(1) Jedermann darf den Wald zum Zwecke der Erholung betreten. Für das Betreten des Waldes darf kein Entgelt erhoben werden.

(3) Das Betreten des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr. Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, dass die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie die Erholung Anderer nicht beeinträchtigt wird. Die Waldbesitzer haften insbesondere nicht für… …Gefahren, die dadurch entstehen, dass… …Wald in der Zeit von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis einer Stunde vor Sonnenaufgang (Nachtzeit) betreten wird,…

Zitat Ende.

Viel heiße Luft also. Wer den ganzen Paragraphen 28 des LWaldG lesen will, schaue bitte im oben genannten Link selber nach. Ich bin derweil mal gespannt, ob tatsächlich irgendeine Behörde sich die Mühe machen wird, uns zu fragen, was wir denn nachts im Wald (auf den Wegen!) zu suchen gehabt hätten. Stasi lässt grüßen? Naja, den nächsten Versuch für den Gipfelsturm auf den Helpter Berg wirds vermutlich dann erst nächstes Jahr wieder geben. Und dann mit Sicherheit bei Tageslicht. Aber auch nur, damit nicht wieder irgendwer sich aufspielen kann.

Mount St. Elias: Die längste Skiabfahrt der Welt

Nachdem mich der gleichnamige Film damals so gepackt hatte, habe ich mich nun also entschlossen, noch mehr über dieses Abenteuer in Erfahrung zu bringen. Ich wollte einfach wissen, was der Film vielleicht aus Zeitgründen nicht mehr mitteilen konnte. 239 Seiten später fühle ich mich nicht enttäuscht.

Axel Naglich beschreibt teilweise ziemlich nüchtern und trotzdem nie langweilig, die vielen Schwierigkeiten der durchstandenen Aktion am zweithöchsten Gipfel der USA. Allein was die Logistik, die Vorbereitungen, die Sponsoren und nicht zuletzt das anfangs viel zu große, unorganisierte Team anging, vermittelt das Buch viele Eindrücke, die im Film nichtmal zur Sprache kamen. Auch kann ich mich nicht erinnern, von der Gefährdung des Regisseurs an Bord des Hubschraubers im Film etwas mitbekommen zu haben. Alles Hintergründe, die der ganzen Expedition noch viel mehr Tiefe geben, nachdem man die spektakulären Bilder des Films erlebt hat. Natürlich finden sich auch unglaublich tolle Fotoaufnahmen im Buch, doch was die bewegten Kamerafahrten angeht, da ist verständlich schwer mitzuhalten. Doch das ist ja letztlich auch nicht das Ziel des Buches.

Deutlich noch schlechter als schon im Film, kommt der amerikanische Abfahrtsaspirant des Teams, Jon Johnston, im Buch weg. Wo seine Überforderung mit der Situation im Film eigentlich schon deutlich gezeigt wird, ist im Buch noch lange nicht Schluss. Mehrfach merkt Axel Naglich seine Genervtheit über den Novizen an, der sich wohl vorher keine wirkliche Vorstellung von den Schwierigkeiten gemacht hat. An dieser Stelle vertrete ich aber nur um so mehr die Meinung Naglichs, dass das Gejammere und die Panik Johnstons schlicht und einfach aus Unerfahrenheit und eben Überforderung resultieren und dabei keinerlei konstruktive Hilfe im Team beisteuern, sondern ausschließlich belastend sind und auch in der Situation am Berg keine Möglichkeit bieten, irgendwie aus der Welt geschafft zu werden.

Natürlich frage ich mich, wie bei jeder Handlung in zweierlei medial vorhandener Form, wie die betreffende Geschichte beim Leser/Zuschauer ankommt, der die beiden Medien in der anderen Reihenfolge aufgenommen hat. Ich weiß zum Beispiel nicht, ob die geschriebene Schilderung spannend genug rüberkommt, ohne die bereits bekannten Filmszenen. Umgekehrt wirkt das Buch, wie schon gesagt, nach den beeindruckendnen Filmbildern, ein wenig schwach in den Bildern. Dennoch bleibt mein Fazit: Wer den Film gesehen hat und nicht genug bekommen kann, der muss einfach das Buch lesen. Dort gibt es viele Hintergründe, die einem sonst entgehen. Und wer zuerst das Buch gelesen hat, der muss einfach den Film sehen, denn ich glaube einfach nicht, dass auch die lebhaftesten Kopfkinos beim Lesen, den tatsächlichen Aufnahmen das Wasser reichen können. Allein die Szenerie der Schneehöhle im Sturm, bei deren Verlassen man sofort die Hand vor Augen nicht mehr sehen kann, ist einfach unbeschreiblich.

National Geographic, ein weiteres Buch mit gelbem Rücken fürs Regal, zu finden unter der ISBN-13: 978-3492404327.
In Gedenken an Peter Ressmann, der den Elias 2007 zusammen mit Axel Naglich erfolgreich bezwungen hat, jedoch drei Jahre später, im Jahr 2010, aufgrund eines fatalen Sicherungsfehlers in der Fischbach-Schlucht in Unken im Pinzgau tödlich abgestürzt ist.

Stoneman

Na gut, doch noch ein Buch von Robert Steiner. Aber eigentlich nur, weil ich wirklich schwer zu grübeln habe, was denn lesenswert sein könnte im Bereich der Alpinliteratur und dabei auch meinen Geschmack trifft. Grundsätzlich mag ich nämlich nicht zu extreme Selbstverherrlichung der Autoren und stundenlange Schilderungen vom Stapfen durch Schnee finde ich auch weniger beeindruckend. OK, letzteres wird mir in den kommenden kalten Monaten wieder besser gefallen, weil draußen in der Kälte so etwas zu lesen zumindest ein wenig tiefer in die Bücher eintauchen lässt.

Doch nun zu Robert Steiners 238 Seiten voller Erlebnisse aus verschiedenen Epochen. Und im Gegensatz zu – Unter Russen – kam dieses Buch deutlich positiver in meinem Kopf weg. Natürlich darf bei Steiners Werken wie gewohnt nicht der Hang zum “ich versuche, mich dramatisch hochtrabend zu ergießen” leidlicherweise auch in diesem Buch nicht ganz fehlen, dennoch blieb es diesmal, von einem Abstecher in den Bereich Selbstreflexion und Kritik an einem eigenen Buch (Selig, wer in Träumen stirbt), recht überschaubar. Viele, abwechslungsreiche Geschichten von Jugendsünden bis Yosemite. Lediglich zwei DInge gibt es von meiner Seite ernstlich zu beanstanden:

1. Wieviele Tippfehler kann ein Korrekturleser auf so verhältnismäßig wenigen Seiten eigentlich überlesen? Zum Ende hin wurde es doch etwas viel.
2. Glaubt Steiner, dass es irgendwie Eindruck macht, wenn man alles und jeden mit irgendeinem berühmten Namen aus dem Germanistikstudium in Kontext bringt? Irgendwann bekam ich echt ein sichtbares Pulsieren am Hals, wenn es wieder in irgendeinem weit hergeholten Zusammenhang etwas ala “war es das, was Nietzsche meinte, als er…” zu lesen gab. Du Heiliger! Jeder hat begriffen, dass Du ganz viel altes Zeugs lesen und analysieren musstest. Und es ist ja auch schön, wenn man derartig reflektiert. Aber bitte bitte nicht in so inflationären Ausmaßen! Da fühlt man sich ja, als säße man weder neben dem Pseudoklugscheißer der eigenen Studienzeit. Dieser Typ, der alles und jeden mit irgendetwas vergleicht, auch wenn es in diesem Moment völlig unangebracht ist, so einen Abstecher zu machen. Auch bei so etwas geht es meiner Meinung nach um TIMING! Wer bei jedem dritten Satz geradezu zwanghaft einen großen Namen wirft, der wirkt auf mich, als brauche er dringend Aufmerksamkeit ubnd die Bestätigung, dass seine Zuhörer ihn für den Klügsten im Raum halten. Und so etwas kenne zumindest ich aus eigener Erfahrung wirklich nur von Leuten, die große Sprüche klopfen und sich in jeder Runde in den Mittelpunkt zu spielen versuchen, selbst wenn ihr Gehabe eigentlich nur bewirkt, dass es etwa der Hälfte der Beteiligten schon regelrecht peinlich ist, zuhören zu müssen, zumal man immer darauf wartet, wann der Redenschwinger sich mal so heftig verzettelt, dass man ihn am liebsten mal eben lautstark korrigieren möchte. Doch das tut man dann doch nicht, sondern schweigt weiter betreten. Denn den Schwafler nun auch noch vor allen bloßstellen, das würde ja auf einen selbst wieder ein schlechtes Licht werfen, also lässt man ihn weiterschwallen und fragt sich, wann der Kerl endlich sein Labermaul hält…

Tschuldigung, das war auch schon die ganze Kritik. Man dürfte gemerkt haben, dass genau der zweite Punkt einen Nerv bei mir trifft ;-) Dennoch ist das Buch, wie ich finde, großstreckig sehr lesenswert, wie nicht anders von einem Panico-Verlagsstück zu erwarten war. Wer noch Platz im Regal und einen Zehner im Geldbeutel übrig hat, der kann ruhig mal die ISBN 978-3936740233 der Sammlung hinzufügen. Stört definitiv (großteils) nicht und bietet auch ein paar hübsche Eindrücke von der Athmosphäre verschiedener Orte unserer faszinierenden Welt.

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