Peter Brunnert in der Linie 7

Gestern abend las Peter Brunnert in der Linie 7 in Bremen. Da ich einer solchen Lesung schon immer beiwohnen wollte, war dieser Termin somit praktisch eine Pflichtveranstaltung für mich.

Und es hat sich, wie aber auch zu erwarten war, absolut gelohnt. Zwar kannte ich die Hälfte der vorgelesenen Geschichten schon, das tat dem Spaß jedoch keinen Abbruch. Peter Brunnert kann seine Geschichten wunderbar unterhaltsam vortragen und seine Zitate in sächsisch waren zum schreien. Die mir unbekannten Geschichten waren derweil noch um einen entscheidenen Faktor unterhaltsamer und haben Interesse auf das angekündigte nächste Buch des geschätzten Autors geweckt. Mal sehen, wann es erscheint.

Mein Fazit des Abends: Zum einen möchte ich unbedingt noch eine weitere Lesung Peter Brunnerts besuchen und zum anderen muss ich beim nächsten Besuch in Dresden definitiv den dortigen neuen Globetrotter Store besuchen und mich selbst von den Beschreibungen Brunnerts überzeugen.

Ach ja, natürlich habe ich mir auch meine Ausgabe von “Hoch im Norden” signieren lassen, soviel Zeit muss sein :-) Danke außerdem an Peters Frau Beata, die sich sehr freundlich mit mir kurz unterhalten hat und mich tatsächlich dazu gebracht hat, noch ein kleines Buch zu erwerben. Mein Urteil über selbiges wird hier sicher in den nächsten Monaten zu lesen sein.
Weitere Infos zu Peter Brunnert findet ihr auf seiner Website http://www.peter-brunnert.de

On the Rocks: Leben an den Fingerspitzen

Vielleicht liegt mir einfach das Thema Höhenbergsteigen (noch) nicht so recht und ich konnte deshalb den Beschreibungen von Hans Kammerlander nicht ganz soviel abgewinnen. Die Erlebnisse von Stefan Glowacz in “On the Rocks: Leben an den Fingerspitzen” hingegen haben mich fast durchweg gefesselt.

Na, der Charakter ist merklich auch ein anderer gewesen und vermutlich hat bei all seinen Abenteuern Stefan Glowacz dennoch nicht soviele Grenzerfahrungen gehabt, wie jemand, der regelmäßig die Todeszone besucht. Doch dafür sind diese Abenteuer für mich auch näher und fühlbarer beschrieben worden. Permanent hatte ich das Gefühl, an den Expeditionen nach Patagonien, Grönland, Mexico und sogar in die Antarktis fast schon selbst teilgenommen zu haben. Und das beim bloßen lesen! OK, ich gebe zu, ich beneide Stefan Glowacz nicht nur für eine der gemachten Erfahrungen. Viele Geschichten haben in mir Nachahmungswünsche geweckt.

Über den Schreibstil des Autors habe ich überraschend negatives gehört. Womöglich sind hier doch einfach die Geschmäcker verschieden, denn ich fand die Formulierungen äußerst nachvollziehbar, lebensnah und trotz kreativer Verspielthalt nicht so infantil, wie manch anderer Kritiker sie verurteilte. Na gut, ich erinnere mich dunkel, an mancher Stelle beim Lesen gedacht zu haben “Das hätte man jetzt auch besser beschreiben/formulieren können”, doch über die Länge und Vielfalt der Geschichten, ist mir tatsächlich kein solcher Moment in klar wiedergebbarer Form in Erinnerung geblieben und das halte ich persönlich für ein gutes Zeichen.

Auch in Sachen Überheblichkeit und Selbstverliebtheit war das Buch sehr zurückhaltend. Den Großteil persönlicher Reflektionen von Glowacz machte vielmehr Selbstkritik aus. Selber tief stapeln, Fehler eingestehen, Selbstironie wo immer die eigene Dummheit nicht zu verleugnen war, so wird mir jemand wohl leichter sympathisch. Wir sind nicht unsterblich und Meister in jedem Handgriff, den wir tun und diese Selbsterkenntnis präsentierte Stefan Glowacz durchweg in seinem Werk, wie es mir schien.

Ich glaube, in diesem Buch werden noch viele Leser Ideen für eigene Abenteuer finden. Und der Gedanke “by fair means” bringt einen offenbar auch noch einigen sportlichen Möglichkeiten näher, mit unserer fantastischen weiten Welt zu interagieren und sich auch mal ein bisschen im Segeln, oder Kayaking zu trainieren,… oder in der Abwehr von Eisbären!!! Techniken, die man vom Ewigen Eis bis in die sengende Hitze Kenias gebrauchen kann. In diesem Sinne: “Hakuna matata!” (wer es gelesen hat, weiß, was ich meine ;-) )

336 Seiten, mal wieder beim Piper Verlag zu finden, unter der ISBN-13 978-3492248044, gibt es zusammen mit einem actionreichen Titel: “On the Rocks: Leben an den Fingerspitzen”. Lest das Buch von Stefan Glowacz (mit Ulrich Klenner) und urteilt selbst. Ich jedenfalls empfehle es sehr gerne weiter.

Großer Müggelberg, Berlin

Am Wochenende war es soweit, der Große Müggelberg kam als Nummer 3 auf meine Liste. Wenn man schonmal in Berlin ist, so dachte ich, könnte man ja auch gleich noch Berlins höchsten Punkt aufsuchen. Mit 114,5 Metern mal wieder nichts sonderlich spektakuläres, doch so ist das nunmal in Deutschlands Nordhälfte.

OK, der Anfahrtsweg von Charlottenburg bis nach Müggelheim war sicher nicht optimal, vor allem ohne Stadtplan oder Navigationssystem. Letztlich musste ich zweimal nach dem Weg fragen, wobei ich mir das zweite mal bei der östdbörlinörnden Tankstellendame ohne eigenen Orientierungssinn hätte sparen können. Aber schließlich sagte mir ein Busplan die entscheidende Richtung und wenig später konnte ich das Auto abstellen, auf meine Bergstiefel umwechseln und einen schönen Frühlingsmarsch in Angriff nehmen.

Im Vergleich zum Hamburger Hasselbrack empfand ich den Weg dennoch als nicht ganz so schön. Es war eher ein Waldspaziergang. Speziell als ich am Müggelturm auf den Kammweg stieß, ging es relativ unspektakulär in weitem Weg kaum mehr spürbar bergauf. Immerhin waren die Mountainbiker auf ihrem Abenteuerparkour ein spannender Anblick und lieferten den Gedanken, mir vielleicht doch irgendwann nochmal ein neues Mountainbike zu besorgen.

Doch zunächst galt es nun, die Spitze Berlins zu finden. Und die Suche war nicht leicht, denn eine ernsthafte Ausschilderung hierfür war nirgends aufzutreiben, was an einem so touristenüberlaufenen Ort schon merkwürdig anmutete. Am Ende hatte ich satte vier mal die Befürchtung, nun bereits am Gipfel zu sein und nur zu blind, den Gipfelstein zu sehen. Als ich schon kurz vorm Aufgeben war, entdeckte ich dann doch schließlich ein Schild an einer Waldkreuzung, welches die erhoffte Info lieferte: “Zum höchsten Punkt Berlins”.
Nach dem zweiten Schild dieser Art kam dann nochmal eine Trickfalle in Form eines kleinen Steins auf einem kleinen Plateau. Doch hierbei handelte es sich wohl nur um einen alten Messpunkt und glücklicherweise ging ich trotz knapper Zeit noch eine Minute den Waldweg weiter und traf schließlich auf einen weiteren kleinen Stein, doch diesmal mit einem großen Holzschild daneben, was mir mitteilte, dass ich am Ziel war.

Müggelberg

Gut, weiterhin nicht spektakulär, man sah nichts außer Bäumen überall. Der Nebengipfel, von dem die Mountainbiker starteten, hatte da schon einen hübscheren Ausblick geboten, direkt auf den großen Müggelsee im Norden. Doch die Zeit war wie gesagt knapp bemessen und da es eh nicht viel zu sehen gab am Gipfel, machte ich mich schon kurze Zeit später auf den zügigen Rückmarsch zum Auto.

Der Weg vom unteren Parkplatz zum Gipfel und zurück kostete mich keine 1,5 Stunden, Verwirrung bei der Wegfindung eingeschlossen. Insgesamt sicher ein schöner Platz für einen Familienausflug, aber allzu bald muss ich nicht zurückkehren.

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